Tierfutteretiketten - Was sie uns sagen, und was nicht

Wir alle wollen gesund leben, deshalb wählen wir unsere täglichen Produkte bewusst aus. Wir möchten wissen, was wir essen und woher unsere Nahrung stammt. Wir wissen auch, dass Werbung nur Werbung ist; sie bietet uns keine Fakten an. Und so glauben wir nicht alles, was uns die Hersteller unserer Nahrungsmittel erzählen.

Wenn wir aber das Futter für unsere Katzen und Hunde auswählen, greifen wir oft zu den Produkten, die wir aus der Werbung kennen. Wenn uns die Hersteller schöne Bilder von saftigem Fleisch und üppigen Getreidefeldern zeigen und gleichzeitig erklären, sein Futter sei genau das Richtige für unser Tier, glauben wir ihm. Warum? Unter anderem auch deshalb, weil die Inhaltsangaben auf den Produkten oft schwierig zu lesen sind. Jedes Futter sieht auf den ersten Blick genau gleichwertig aus. Aber wirklich nur auf den ersten Blick! Denn bei den Tierfuttersorten sind die Qualitätsunterschiede viel gravierender als bei der menschlichen Nahrung.

Wir sollten die Nahrung für unsere Tiere genauso sorgfältig und gewissenhaft aussuchen, wie für uns selbst. Dieser Artikel soll Ihnen behilflich sein, als kritischer Konsument unter vielen Sorten das wirklich beste Futter für Ihr Tier herauszufinden.

Die Zusammenstellung der Katzennahrung
Die Katze wird als "Fleischfresser" bezeichnet, was aber nicht ganz zutrifft: Beutefresser wäre ein besserer Begriff. Die natürlich Nahrung einer Katze besteht aus kleinen Säugetieren (hauptsächlich Nagern), zum Teil aus Vögeln und sogar Insekten. Mit den Beutetieren nimmt die Katze außer Fleisch auch Innereien, Knochen und somit Mineralien (Kalk und Phosphor) zu sich.

Dazu kommen die aufgeschlossenen Kohlenhydrate (der Mageninhalt der Beutetiere: Getreide und Pflanzenteile), Blut und damit Mineraliensalze, sowie Fasern in der Form von Fell oder Federn (geringe Mengen). Ein gutes Katzenfutter sollte dieser Zusammensetzung der Beutetiere möglichst gut entsprechen.

Was bedeutet das in der Praxis?

Ein gutes Futter besteht aus:

  • Fleisch (es muss Fleisch und nicht "Fleisch und Fleischnebenprodukte" sein), die Art des Fleisches muss angegeben werden: Huhn (Dose) oder getrocknetes Hühnerfleisch (Trockennahrung), Eiern und/oder Käse
  • einen kleinen Teil von Innereien
  • maximal 50% (besser 25%) aufgeschlossenem Vollkorngetreide und/oder Gemüse (Kohlenhydrate und Fasern)
  • einer langen Liste von Vitaminen und eingekapselte Mineralien
  • natürlich Antioxidanten (diese verhindern, dass das Fett in der Trockennahrung ranzig wird) wie Vitamin E und C und/oder Kräuterölen

Das Futter sollte auf gar keinen Fall folgendes enthalten:

  • minderwertige Eiweißquellen wie die "ominösen" Nebenprodukte und z.B. Grieben (Rinderhaut chemische Konservierungsstoffe oder chemische Antioxidanten (Ethoxyquin, BHA, BHT, Propylgallate
  • Farbstoffe
  • Zucker, Karamell
  • leere Füllstoffe wie Erdnusshüllen, Zellulose, "Trockenschnitzel" zeigen, dass bei der Futterherstellung gespart wird: Diese Produkte geben dem Tier das Gefühl der Sättigung, ohne wirklich verwertbare Nahrung zu liefern. Dieses sind auch minderwertige Formen der "Ballaststoffe", da sie im Gegensatz zu Vollkorngetreide oft Verdauungsprobleme verursachen.

Die wichtigsten Gründe für ernährungsbedingte Krankheiten unserer Haustiere sind Chemikalien und minderwertige Nebenprodukte in der Tiernahrung!

Chemikalien
Laut Dr. Alfred Plechner, einem Tierarzt und Wissenschaftler und Ernährungsspezialist, der sich auf Allergien und Hautkrankheiten bei Hunden und Katzen spezialisiert hat, können die künstlichen ANTIOXIDANTEN BHA (E320) und BHT (E321) Leberschäden, Missbildungen von Föten, metabolischem Stress und auch Krebs verursachen.

Bei Labortieren wurden zusätzlich allergische Reaktionen und Gehirnschäden beobachtet.

Das künstliche Antioxidant Ethoxyquin wiederum, hergestellt von der Fa. Monsanto in den USA (Hersteller verschiedener Chemikalien wie Agent Orange, von Pestiziden, des umstrittenen Süßstoffes Aspartam sowie genmanipulierter Sojabohnen), wurde ursprünglich entwickelt, um die Haltbarkeit von Gummi zu verbessern, und wird als Mittel benutzt, um die braunen Druckstellen an Äpfeln und Pfirsichen zu vermeiden. Die Giftigkeit des Stoffes Ethoxyquin wird als 3 auf einer Skala von 1-6 (Bewertung 6 ist extrem giftig) gestuft: Es verursacht sich langsam entwickelnde Depressionen, Schüttelkrämpfe, Koma und Tod; Hautirritationen und Leberschäden.

In Europa ist Ethoxyquin in der Menschennahrung nicht zugelassen, da es beim Inhalieren, beim Hautkontakt sowie beim Schlucken (!) toxisch (giftig) wirkt.

Für die Heimtiernahrung sind jedoch kleine Mengen erlaubt. Als fettlösliche Substanz sammelt sich Ethoxyquin im Fettgewebe und Leber an. Chemische Farbstoffe können Allergien verursachen. Farbstoff E127, z.B., verursacht nachweislich auch Schilddrüsenkrebs, wird jedoch z.B. in bestimmten Leckerlis für Katzenbabys (!) verwendet.

Nebenerzeugnisse
Tierfuttermittel werden nicht von den Lebensmittelgesetzen geregelt. Deshalb braucht der Hersteller keine genaue Auflistung der verwendeten Zutaten auf der Packung anzubringen. Laut europäischen Futtermittelgesetzen dürfen z.B. Kadaver von Pelztieren, Hufe, Federn, Hörner sowie Wolle der Tiernahrung unter dem Begriff "Nebenerzeugnisse" beigemischt werden. Die in den minderwertigen Futtersorten befindlichen Schlachtabfälle beinhalten oft auch Drüsensekrete sowie Hormone (aus Fruchtblasen). Auch Blut und Därme gehören zu den Nebenerzeugnissen.

Natürlich sind nicht alle "Nebenerzeugnisse" schlecht; dazu können auch Innereien gehören, die durchaus einen wertvollen Teil der Tiernahrung bilden. Es muss an dieser Stelle jedoch darauf hingewiesen werden, dass sich eine Firma, die qualitativ hochwertige Tiernahrung herstellt, nicht hinter einer unklaren Bezeichnung wie "tierische oder pflanzliche Nebenerzeugnisse" zu verstecken braucht, sondern offen auflistet, um welche Bestandteile es sich genau handelt, wie z.B.: "Hühnerfleisch, Leber, Herz (oder Innereien), Mais usw."

Suchen Sie deshalb nach dem Hinweis des Herstellers: "ohne Nebenerzeugnisse". Einige Hersteller erklären bei Nachfrage nach den verwendeten Nebenerzeugnissen: "Wir verwenden ausschließlich Herz, Leber und Nieren". Ist das wirklich so? Ein Blick auf das Etikett gibt oft Aufschluss. Ist z.B. Leber auch gelistet? Dann kann es kein Bestandteil der in diesem Produkt verwendeten Nebenerzeugnisse sein.

Ein großer Hersteller sogenannter "Premiumnahrung" verwendet laut eigener Angabe z.B. (gereinigte) Hühnerdärme und listet sie als Nebenerzeugnisse. Därme statt Fleisch als Proteinquelle.

Diese Informationen finden Sie auf der Verpackung. Die Hersteller müssen folgende Informationen auf den Dosen oder Trockenfuttersäcken deklarieren:

- die garantierte Analyse (wird in der Form von Prozenten angegeben)

- die Liste der Inhaltsstoffe (geordnet nach Gewicht)

- garantierte Analyse

In der garantierten Analyse werden die Minimumgehalte an Eiweiß (Protein) und Fett sowie die Maximumgehalte an Asche, Fasern und Wasser angegeben.

Text mit freundlicher Genehmigung der Becker Pro Plan GmbH

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